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      <marc:subfield code="a">Fischer Schatzinsel</marc:subfield>
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      <marc:subfield code="a">Quelle: Alliteratus (http://www.alliteratus.com/); &#xD;
Autor: Jana Mikota; &#xD;
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der 13-jährigen Malvina, die seit ihrer Kindheit von ihrem Opa missbraucht wurde. Der Missbrauch wurde von der Oma still schweigend geduldet und auch nach deren Tod muss sie ihren Opa mit einem Essenskorb wie Rotkäppchen besuchen. Ihre Eltern wollen weder etwas sehen noch hören und lediglich die polnische Nachbarin Frau Bitschek ahnt, was sich hinter der Wohnungstür des Opas abspielt. Sie ist auch diejenige, die Malvina schützen möchte.&#xD;
Auch Malvinas beste Freundin Lizzy ahnt nichts. Eine Zeit lang begleitet sie Malvina zu den Großeltern und diese wiegt sich in Sicherheit, doch während Lizzys Abwesenheit wird der Missbrauch fortgesetzt.&#xD;
Die Geschichte beginnt unmittelbar vor Malvinas 14. Geburtstag, Lizzy ist im Skiurlaub und Malvina verliebt sich zum ersten Mal. Sie beginnt nachzudenken und möchte sich gegen den Missbrauch wehren. Doch erst mit Frau Bitscheks Hilfe gelingt es ihr, die Scham und Reue zu überwinden und das Versprechen, das sie ihrer Großmutter gab, zu brechen. Ihre Freunde Lizzy und Klatsche auch danach bleiben ihre Freunde, doch ihre Eltern und ihr Bruder Paul wollen weiterhin über das Geschehen schweigen.&#xD;
Hanika wählte die Ich-Perspektive und der Leser und die Leserin sind ganz nah an der Gedankenwelt von Malvina. Erlebte Rede und innere Monologe wechseln sich mit Dialogen ab. In Rückblenden versucht Malvi-na die weißen Flecken in ihrem Fotoalbum mit Geschichten füllen. Ihre Erinnerungslücken resultieren aus dem Missbrauch, den sie ihrer Oma zuliebe ertragen hat.&#xD;
Dann bin ich alleine, alleine vor dem Haus, in dem meine Erinnerung Löcher bekam, alleine vor dem Haus, in dem alles begann.&#xD;
Als ihre Erinnerungen zurückkommen, erfahren die Leser, dass der Missbrauch bereits Jahre gedauert hat. Man kann fast nicht mehr weiter lesen, wenn Malvina sich an die Großmutter, die im Flur lauschte, während der Großvater mit Malvina im Wohn- oder Badezimmer war, erinnert. Solche Szenen gehören zu den schmerzhaftesten, aber auch eindrücklichsten Szenen im Roman.&#xD;
Im Roman findet sich kein Mitleid für den Opa, der einfach nur als ein widerlicher Mann entworfen wird. Er hat den Zweiten Weltkrieg als Soldat überlebt, hat Vorurteile und schikaniert seine polnische Nachbarin. Es wird kein Versuch unternommen, sein Handeln zu erklären. Ein anderes Verfahren würde jedoch die Konzep-tion des Buches zerstören. Auch die Eltern bleiben blass und unsympathisch. Ihr Vater tyrannisiert die Familie, ihre Mutter flüchtet sich mit Migräne in das dunkle Schlafzimmer. Sie ahnen den Missbrauch, Malvinas Mut-ter weigert sich, ihren Schwiegervater zu besuchen und dennoch schicken sie ihre Tochter täglich hin.&#xD;
Es ist auch ein Buch, das ermutigt, sich Wahrheiten zu stellen und den Mut zu entwickeln, sich auch gegen die eigene Familie zu stellen. Auch wenn Malvina den Mut fand, ahnt sie, dass noch ein schwerer Weg vor ihr liegt. "Ob ich jemals normal sein werde. Ob ich jemals Klatsche küssen kann, ohne an Opa zu denken und ohne die Schatten in meinem Kopf wieder lebendig werden zu lassen", fragt sich Malvina am Ende des Romans.&#xD;
Die Autorin nähert sich sensibel und hohem Einfühlungsvermögen dem Thema an. Ihre Bilder sind scharf und plastisch und ihren Beschreibungen spürt man geradezu die Abwehr und Angst Malvinas.&#xD;
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Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); &#xD;
Autor: Susanna Schrampf; &#xD;
Die knapp 14-jährige Malvina wird jahrelang von ihrem Großvater missbraucht. Ihre Familie verschließt vor den Tatsachen die Augen. (ab 12) (JE)&#xD;
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Im letzten Sommer haben Malvina und ihre Freundin Lizzy eine unbewohnte Villa entdeckt und dort noch einmal so richtig ihre Kindheit ausgelebt. Dabei lernt Malvina "Klatsche", einen Jungen aus einer Neubausiedlung, kennen. Seit dem Tod ihrer Großmutter schicken ihre Eltern Malvina mehrmals in der Woche mit einem Essenskorb zum Großvater - denn Malvina ist der ausgesprochene Liebling des alten Mannes. Klatsche begleitet sie immer öfter auf seinem Fahrrad. Für ihn ist sie "Rotkäppchen", das mit dem Essen unterwegs ist.&#xD;
Parallel zur zarten ersten Liebesgeschichte enthüllt die Autorin immer mehr Fakten über die sexuellen Übergriffe des Großvaters. Malvinas ohnmächtige Sprachlosigkeit und ihre Selbstvorwürfe, wenn sie die Schuld bei sich selbst sucht, spiegeln sich in sehr starken Bildern wider, wenn die Autorin schildert, wie Malvina in den Momenten der Belästigung seelisch und geistig aus ihrem Körper "aussteigt". Der behutsame und liebevolle Schreibstil steht in sehr krassem Gegensatz zur Botschaft des Buches. Diese kann aber dadurch leichter ertragen werden. Damit wird es auch jungen LeserInnen möglich, das Buch zu Ende zu lesen und zu begreifen, dass es legitim ist, "Stopp!" zu sagen.&#xD;
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Quelle: Pool Feuilleton; &#xD;
Ein Rotkäppchen der Gegenwart verläuft sich naturgemäß nicht mehr mit der Zipfelmütze am Kopf im finstern Wald sondern muss mit dem Fahrrad an einer roten Ampel anhalten. Freilich, der Korb mit den Fress-Sachen ist der gleiche geblieben, eine Flasche Wein ist obligatorisch für den bösen Wolf.&#xD;
In Beate Hanikas Roman bremst sich tatsächlich Malvina auf dem Weg zum Großvater an einer roten Ampel ein, sie schließt beim Radfahren am liebsten die Augen und lässt sich so an den Rand des Lebens treiben. Das hat sie auch nötig, denn Großvater ist hinter ihr her. Immer wieder schickt er alle fort um allein mit seiner geliebten Enkelin sein zu können, dabei sabbert er ständig von Liebe, streichelt wie wild an allen unmöglichen Körpergegenden herum und hat nichts anderes im Sinn als mit der Enkelin zu baden.&#xD;
Jetzt an der roten Ampel wird Rotkäppchen wieder aus ihren Alpträumen gerissen, Freund Klatsche macht sich an sie heran, er ist gar nicht so übel.&#xD;
Großvater ist vielleicht deshalb sexuell ausgerastet, weil seine Frau Oma den für dieses Alter üblichen Krebs ausgefasst hat und nur mühsam gestorben ist. Überhaupt geht es in der Familie scheinbar ganz durchschnittlich normal zu, Oma hat Krebs, die Familie fährt bei jeder Gelegenheit nach Österreich und Opa grapscht, wo er nur kann.&#xD;
"Ich würde Österreich hassen", (146) sagt Malvinas Freundin Lizzy folgerichtig, die natürlich nichts vom sexuellen Opa weiß.&#xD;
"Ich bin die Malvina mit dem dunklen Geheimnis, die Malvina mit den vielen Leben, ich bin die Malvina in der Badewanne." (166)&#xD;
In diesem Sommer verändert sich dann doch noch einmal alles. Malvina verliebt sich recht kunstvoll in Klatsche und beginnt ein eigenständiges Leben. Allmählich outet sie sich und man sucht für Opa einen Platz in einem Krankenhaus, um ihm das Gefängnis zu ersparen. Die Villa, in der sich die Abenteurer und Jung-Liebhaber den Sommer über treffen, wird schließlich abgerissen, weil sie einem Supermarkt Platz machen muss. Die Welt braucht nämlich Supermärkte zum glücklich sein, nicht verwinkelte Liebesvillen. So geht schließlich die Unschuld der Kindheit restlos verloren.&#xD;
Beate Teresa Hanikas Roman ist eine feine Liebesgeschichte der Befreiung, schroff durchtränkt von der sexuellen Gewalt im eigenen Haus. Aber wenn die Ungeheuerlichkeiten einmal ausgesprochen sind, kann es vielleicht auch für Rotkäppchen an der Ampel wieder grün werden.&#xD;
*Helmuth Schönauer*&#xD;
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Quelle: STUBE (http://www.stube.at/); &#xD;
Autor: Familie; &#xD;
Wie einst Rotkäppchen ist Malvina auf ihrem Fahrrad mit Wein und Essen in einem Korb unterwegs zu ihrem kranken Großvater. Doch anders als im Märchen ist hier die Gefahrenquelle nicht der böse Wolf im Wald, sie liegt vielmehr in der engsten Familie selbst. Verschachtelt erzählt zwischen der Gegenwart und Erinnerungen an ihre frühe Kindheit, als die geliebte Großmutter noch gelebt hat, offenbart sich den LeserInnen nach und nach, dass die Ich-Erzählerin bereits seit längerem vom Großvater sexuell missbraucht wird. Sie wagt, was in der Realität viele Opfer nicht tun, sie versucht sich Erwachsenen anzuvertrauen: Zunächst wird ihr nicht geglaubt, zu tief sitzen innerfamiliäre Dynamiken und Loyalitäten. Doch da gibt es zum Glück noch andere Bezugspersonen - wie die Nachbarin Frau Bitschek, die etwas Ähnliches schon einmal mit ansehen musste, Malvinas beste Freundin Lizzy und Klatsche, in den sie sich verliebt. Sie ermöglichen ihr, sich aus einer Situation voller Wehrlosigkeit und Ohnmacht zu befreien.&#xD;
Eindringlich erzählt Beate Teresa Hanika in ihrem Debutroman, ausgezeichnet mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2007, von den vielfältigen emotionalen Verstrickungen, in die ein junges Mädchen durch sexuellen Missbrauch innerhalb der Familie gestürzt wird. Die erzählte Zeit umfasst lediglich zwei Wochen, in denen sich doch Wesentliches verändert: Ich heiße Malvina, und ich habe gelernt zu schreien. So kann die Protagonistin am Ende des Textes selbstbewusst sagen und macht damit Mut, sich Wahrheiten zu stellen und sie auszusprechen, wie Mirjam Pressler es am Cover des Buches eindrücklich formuliert.</marc:subfield>
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