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      <marc:subfield code="c">Federica Manzon ; Übersetzung aus dem Italienischen von Verena von Koskull</marc:subfield>
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      <marc:subfield code="a">Nicht die Beziehungen sind entscheidend für die Ausbildung des Charakters, sondern die Geografie. (DR) Alma, die titelgebende Protagonistin, ist eine etwa 50-jährige Zeitungskorrespondentin, die aus Rom in ihre Heimat reist, weil ihr Vater gestorben ist. Aufgewachsen ist sie abwechselnd an drei Orten: bei ihren großbürgerlichen, Deutsch sprechenden Großeltern in Triest, der »Symbolstadt des Habsburgmythos«, bei ihrer eigenwilligen Mutter, die in der »Stadt der Irren« im Karstgebiet psychisch Kranke betreut, und bei ihrem aus dem Osten stammenden Vater, der auf der kroatischen Insel Brioni im engsten Zirkel rund um den Autokraten Tito verkehrt. Diese disparate Familie und die so unterschiedlichen Orte ihrer Kindheit sind wohl der Grund für ihre lebenslange Unrast und Zerrissenheit. Der Vater hat bei einem seiner spontanen und stets nur kurz dauernden Besuche einen Jungen nach Triest mitgebracht, den 10-jährigen, sehr verschlossenen Vili aus Serbien. Die Kinder wachsen miteinander auf, entwickeln eine gewisse Vertrautheit, werden später ein Liebespaar, bleiben sich aber vielfach fremd. Während Alma Journalistin wird und das Schreiben von nun an ihr Metier ist, ergreift Vili den Beruf des Fotografen und drückt sich durch Bilder aus. In den 1990er-Jahren kommt es zum Zerfall Jugoslawiens. Bestialische Kriege sind die Begleiterscheinungen. Alma folgt Vili nach Belgrad, erfährt aber nicht, was er dort genau mit seiner Kamera dokumentieren will. Sowohl der Vater wie auch der zeitweilige Geliebte eröffnen ihr erst Jahrzehnte später ihre eigentlichen Motive. Der in Italien preisgekrönte Roman belässt es vielfach bei Andeutungen (historische Fakten wie Jahreszahlen oder konkrete Orte fehlen weitgehend), aber er dringt psychologisch tief in die Seelenlandschaft des Balkans mit seinen vielen Ethnien und seiner Geschichte als politisches Pulverfass ein. Die häufig angewendete erlebte Rede der Protagonistin erlaubt es, diesen Emotionen besonders nahe zu kommen. Ein aufwühlender, meisterhafter Roman.</marc:subfield>
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