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      <marc:subfield code="a">Annotation: China um 1912. Das Mädchen Ailin wehrt sich dagegen, dass ihre Füße, der Tradition entsprechend, verstümmelt werden. Damit gibt es für sie kein Zurück mehr. Sie muss sich als Frau einen Weg in die Selbständigkeit erkämpfen.   Rezension: Die fünfjährige Chinesin Ailin weigert sich, sich die Füße verstümmeln zu lassen, wie es die chinesische Tradition Anfang des 20. Jahrhunderts für Mädchen aus gutem Hause noch gebietet. Dieser Entschluss verändert ihren Lebensweg radikal, denn mit großen Füßen kann sie nicht mehr standesgemäß verheiratet werden. Doch Ailin hat nicht nur gegen die Bandagen rebelliert, die ihre Zehen brechen sollten, sie ist auch sehr lernbegierig. Dank der Weltoffenheit ihres Vaters darf sie eine westlich orientierte Schule besuchen. Besonders begabt ist sie im Englischen und allen Widerständen zum Trotz möchte sie studieren.   Als "Großer Onkel" sie nach dem Tod ihres Vaters zwingen will, Konkubine, Nonne oder Bauersfrau zu werden, verlässt sie ihr Elternhaus. Mit nicht ganz 13 Jahren zieht sie zu einer amerikanischen Missionarsfamilie und unterrichtet deren zwei Kinder. Schließlich begleitet sie ihre Schützlinge sogar nach San Francisco.   Keiner dieser Schritte ist leicht. Nicht der Abschied von Mutter und Bruder, nicht die Gewöhnung an die unzerkleinerten Fleischstücke auf dem Teller und die fremdartige Kleidung auf der Haut.   Mit angehaltenem Atem folgt der Leser der Entwicklung: Wird "Großer Onkel" das aufmüpfige Mädchen töten, wie er es nach den alten Gesetzen gedurft hätte? Wird Mr. Warner sie in die Klauen des Onkels zurücksenden, weil sie den Kindern von Konfuzius erzählt, den er als Götzendiener abtut? Wird sie je ein Zuhause finden können, wenn sie von den Chinesen verachtet wird, weil sie mit den fremden Teufeln lebt und von vielen Weißen, weil sie Chinesin ist?   Vollkommen ausgeliefert fühlt sich Ailin zu Beginn ihres Weges, doch sie wehrt sich trotzdem. Bereitwillig erarbeitet sie neue Fähigkeiten, springt über ihren Schatten und sie schafft es: Sie wird frei, entscheidet allein für sich.  Abhängigkeiten und Zwänge werden auch von heutigen Jugendliche schmerzhaft erlebt. Deshalb ist "Ailins Weg" nicht nur eine faszinierende Dokumentation aus einer fernen Welt, sondern macht zugleich Mut, sich gegen scheinbar Unausweichliches zu stellen, zäh an eigenen Idealen festzuhalten und diese, wenn nötig, in mühseliger Kleinarbeit durchzusetzen.  *ag* Ines-Bianca Vogdt</marc:subfield>
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