Berg-Sucht

Bezeichnung Wert
Titel
Berg-Sucht
Untertitel
eine Kulturgeschichte des frühen Alpinismus 1750 - 1850
Verfasserangabe
Martin Scharfe
Medienart
Sprache
Person
Verlag
Ort
Wien
Köln
Weimar
Jahr
Umfang
382 S.
ISBN10
3-205-77641-0
ISBN13
978-3-205-77641-3
Schlagwort
Annotation
Angaben aus der Verlagsmeldung Berg-Sucht : Eine Kulturgeschichte des frühen Alpinismus 1750-1850 / von Martin Scharfe Die ersten Hochgebirgserfahrungen setzten nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche der "Bergreisenden" extremen Belastungen aus. Erstmals konnte mit dem Blick von oben eine Perspektive eingenommen werden, die bislang nur Gott vorbehalten war. Akribische Selbstbeobachtung und manisches Aufzeichnen verdeckten die Angst, die im Haushalt der Seele durch die um 1780/90 auflodernde Berg-Sucht entstanden war. Der Autor spürt diesen inneren Erfahrungen nach und hat es unternommen, Dokumente, Texte und Bilder, in kulturgeschichtlicher Absicht neu zu lesen und zu deuten. So erstehen vor uns Bilder und Szenen, in denen die heftigen Eindrücke der ersten Alpinisten abzulesen sind. Keine der Bergaktionen war möglich ohne den Einsatz des eigenen Leibes. Den Körpererfahrungen gilt also besonderes Interesse wie auch der Ausrüstung, den Geräten und den frühen Alpintechniken, die heute fast durchwegs vergessen sind. Auf den Gipfeln hinterließen die Bergsteiger Zeichen ihrer Anwesenheit. In einer Phänomenologie und Geschichte der Gipfelzeichen mündet das Buch. Das Gipfelkreuz stellt dabei keineswegs ein Zeichen tiefen Glaubens dar, sondern - so die provokante These - ein Dokument tendenziellen Gottesverlustes. Die bürgerliche Erfindung des organisierten Bergsteigens seit dem Ende des 18. Jahrhunderts bedeutet damit vor allem auch eine wichtige Etappe im Fortschrittsprozess der Moderne.
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