Orangentage

Bezeichnung Wert
Titel
Orangentage
Verfasserangabe
Iva Procházková
Medienart
Sprache
Person
Verlag
Ort
Mannheim
Jahr
Umfang
239 S.
ISBN13
978-3-411-80979-0
Annotation
Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/); #Autor: Susan Kreller; #Dinge gibt es, die müsse man sich merken, hat Dareks Mutter gesagt. Andere hingegen sollte man schleunigst vergessen. Was aber, wenn man drauf und dran ist, genau jenes zu vergessen, das man sich merken wollte? Auch kein Problem, hat Dareks Mutter gesagt. Dann nimmt man ein Stück Schnur und macht einen Knoten rein. Alles kein Problem.#Jetzt, da Dareks Mutter tot ist, kann der Junge die Dinge einigermaßen auseinanderhalten, die guten und die schlechten. Zu den schlechten gehört eindeutig die Alkoholfahne des trauernden Vaters, hinter der er Darek und seine geistig behinderte Schwester Ema nicht mehr sehen kann. Schlecht ist auch, dass der Vater seine Arbeit verloren hat und dadurch noch mehr Zeit und Grund zum Trinken hat. Aber dann gibt es ja noch die schönen Dinge, vor allem den Orangenduft von Hanka, ihre ersten fünfeinhalb Küsse, ihren Körper, den Darek in aller Ruhe betrachten darf. Und gut ist schließlich auch, dass Dareks Vater wieder Mut fasst und auf seinem Hof eine Pferdezucht aufzieht - überall vierbeinige Hoffnungen, auf denen das Leben endlich weiterzugehen scheint. Und doch, irgendetwas verschweigt der seelisch genesene Vater seinem Sohn, etwas schätzungsweise Düsteres, das mit den Pferden zusammenhängt.#"Orangentage" ist ein exzellenter, ein erdig robuster Roman, der immer wieder von feinen, poetischen Augenblicken durchweht wird. Angesiedelt in der tschechischen Provinz der Gegenwart, irgendwo zwischen Facebook und altkommunistischen Relikten, begleitet die Geschichte einen Heranwachsenden durch die Wirrungen eines Sommers, zeigt ihm die guten Dinge, die zu erinnern sind, und die anderen, die es eben auch gibt und geben muss. Wie dicht beides nebeneinander liegen kann, zeigt Iva Procházková eindringlich, in einem Roman, der nicht nur ein faszinierendes Figurenensemble und eine berührende Geschichte birgt, sondern einen zart-rauen Provinzsommer spürbar macht und die Kulisse der Pferdehofidylle vortrefflich demontiert.## ---- #Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Imke Voigtländer; #Roman über Verlust, Familie, die erste Liebe und einen Jungen, der lernt, vor der Realität nicht länger wegzulaufen. (ab 12) (JE)#Der 14-jährige Darek spielt Fußball, prügelt sich, kümmert sich um seine geistig zurückgebliebene Schwester Ema und verliebt sich in Hanka, die nach Orangen duftet und ihm ihre Brüste zeigt. Seit dem Tod von Dareks Mutter geht es der Familie finanziell schlecht; der Vater beginnt zu trinken. Als ein Freund ihm anbietet, für Geld Pferde aufzupäppeln, sieht er eine Chance.#Diese "Pferdegeschichte" steht im Zentrum des Romans. In der Beziehung zu den Tieren gewinnt Darek an Selbstbewusstsein, übernimmt Verantwortung und erprobt seinen Mut. Erst zu spät realisiert er, dass die Pferde nur gemästet wurden, um einen guten Schlachtpreis zu erzielen. Über Beschreibungen vom grausamen Umgang mit den Tieren im Pferdehandel, auf die Darek bei einer Internetrecherche stößt, werden die LeserInnen zusätzlich mit diesem Thema konfrontiert. Ein typisches Pferdebuch ist "Orangentage" also nicht und besonders für sensiblere Kinder ungeeignet.#Die Beziehung zu seinem Vater, Trauer und Verlust sind die zentralen Themen, an denen der junge Protagonist im Laufe des Romans immer mehr wächst - begleitet von einer Liebesgeschichte, die ohne Effekthascherei auskommt. Starke Literatur für Jungen, die sich vom Thema "Pferde" nicht abschrecken lassen!
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