Öffentliche Bücherei der Pfarre und Gemeinde Birgitz

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Besuch aus der Vergangenheit

Bezeichnung Wert
Titel
Besuch aus der Vergangenheit
Verfasserangabe
Renate Welsh
Medienart
Sprache
Person
Verlag
Ort
Innsbruck
Jahr
Umfang
134 S.
ISBN13
978-3-85197-373-0
Schlagwort
Annotation
Klare, kompromisslose Darstellung österreichischer Gesellschaftspolitik. (JE) (ab 12) Renate Welsh ist immer gut; mit diesem neuesten Jugendbuch ist sie sehr gut. Renate Welsh macht Bestandsaufnahme für die Generationen in Österreich. Das Tableau besteht aus drei Figuren: Oma Gerti, die nicht das Talent hat sich zu freuen. Sie kommt ihrer Kleinfamilie vor wie diese Frauen, die nur wissen, was ihnen fehlt, nicht, was sie haben. Deren einziges Kind Monika, eine patente junge Frau, die ihrer Tochter Lena eine liebevolle, liberale Mutter ist, willens und bereit ihre Ehe aus der Krise zu retten. Lena, die 13-jährige zentrale Figur, die Österreichs jüngster Zeitgeschichte sehr nah ist, Rassismus und Ausgrenzung klarsichtig wahrnimmt. Die Nachdenklichkeit Lenas erhält in der Begegnung mit Frau Greenburg aus Vancouver eine schmerzliche Dimension. Emma Greenburg, mosaischer Konfession, lebte als Kind in Monika/Lenas Wohnung. Frau Greenburg, Überlebende des Holocaust, ist für Oma Gerti beunruhigend, unerwünscht. Egoistisch beharrt sie auf ihrer eigenen Kriegs- und Nachkriegsvergangenheit, viele hässliche Töne sind hörbar. Mit dem Wissen über Emma Greenburg und deren Schwester Ruth, die im Gas umkam, wird Lena aus dem Nest "Kindheit" vertrieben, muss die manchmal verstörende Erwachsenenwelt begreifen. Renate Welsh gelingt es, NS-Vergangenheit und Gegenwart (Kosovo-Krieg) subtil zu bündeln. In ihrer Sachlichkeit liegt die Wucht der Erzählung. Junge Leser/innen können bestimmt damit etwas anfangen, wenn ein ehrlicher Text darstellt: Keine Versöhnung, wenn nicht zuvor Klarheit geschaffen wurde. Lena und Monika können es, Oma Gerti bleibt im Bemühen. Stellvertretend für ihre Generation? Renate Welsh hat den Mut es so unverhüllt jungen Leuten anzubieten. Sehr empfehlenswert für alle Bibliotheken. *bn* Liselotte Leikermoser
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