Dillingers Fluchtplan oder Karajan umzubringen war mir ein Bedürfnis
| Bezeichnung | Wert |
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| Titel |
Dillingers Fluchtplan oder Karajan umzubringen war mir ein Bedürfnis
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| Untertitel |
Erzählung
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| Verfasserangabe |
Mike Markart
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| Medienart | |
| Person | |
| Verlag | |
| Ort |
Wies
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| Jahr | |
| Umfang |
103 S.
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| ISBN10 |
3-900965-34-X
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| ISBN13 |
97839009653
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| Annotation |
Gefährliches Gedankenexperiment. (DR) Der österreichische Schriftsteller Mike Makart ist vor allem erfolgreich mit Hörspielen. Sein dramatisches Talent kommt auch in dieser Erzählung sehr gut zur Geltung. Der Plot baut auf einer ebenso einfachen wie originellen Idee auf: Jedesmal, wenn die Hauptfigur einschläft, wacht sie in irgendeinem Fremden auf, den sie durch Gedankenspiele töten muss, um wieder in ihren Körper zurückkommen zu können. Zeit und Raum spielen bei der Auswahl keine Rolle, also kann dieses Los auch auf längst Verstorbene fallen. Lesend folgt man dem männlichen Ich-Erzähler hinein in die Gedanken verschiedenster, auch prominenter Figuren. Bereitwillig lässt man sich auf seine Perspektive ein, die von ihrem grausamen und doch notwendigen Ziel dominiert wird: Man sucht mit ihm nach der Schwachstelle in der Innenwelt des anderen. Wann wird welcher Gedanke eingesetzt, um den Gastgeber zu töten und selbst zu überleben? Hier zeigt sich, dass Makart es meisterlich versteht, das menschliche Bewusstsein darzustellen. Er ist verwegen genug, seine Figur in das Innenleben Elias Canettis hineinzuschreiben, und das Ergebnis ist, so wie die ganze Erzählung, frisch und äußerst unterhaltsam. Wenn es tatsächlich möglich wäre, ungebetenen Besuch von solchen fremden Stimmen im eigenen Bewusstsein zu bekommen, wäre das eine Erklärung für die Fehlentscheidungen, die man manchmal gegen besseres Wissen trifft? Haben wir vielleicht schon einige solcher Gedanken-Attentate überlebt und irgendwo ist jemand nicht mehr aus seinem Schlaf erwacht? Mike Makart schenkt uns eine amüsante Expedition in die Psyche seiner Figuren, am Ende ahnen wir wieder einmal: Das Bewusstsein hat viele Stimmen. *bn* Johanna Kircher
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