Bestialisches Innsbruck

Bezeichnung Wert
Titel
Bestialisches Innsbruck
Untertitel
12 mysteriös düstere Kurzgeschichten
Verfasserangabe
Kössler, Christian
Medienart
Sprache
Person
Verlag
Ort
Innsbruck
Jahr
Umfang
111 S.
ISBN10
3-9501923-6-0
ISBN13
978-3-9501923-6-0
Annotation
Quelle: Forschungsinstitut Brenner-Archiv (http://www2.uibk.ac.at/brenner-archiv/); Autor: Iris Kathan; Mit Bestialisches Innsbruck von Christian Kössler legt das hiesige Literaturmagazin Cognac & Biskotten die sechste im eigenen nicht-kommerziellen Kleinverlag herausgegebene Publikation vor. Es sind Kalendergeschichten der etwas anderen Art. Jedem Monat ist eine der Kurzgeschichten gewidmet, deren Figuren einem amerikanischen B-Movie entstiegen zu sein scheinen. Innsbrucks Straßen und Plätze werden heimgesucht von Vampiren, Wiedergängern und ähnlichen Nachtgestalten, die nach dem Leben unbedarfter Bürger trachten. Jeder hier beheimatete Leser wird sich in der genau bezeichneten städtischen Topographie wiederfinden wie auch in den alljährlich sich wiederholenden Ritualen, etwa dem Bergsylvester, dem Krampustreiben oder dem Messe-Auflauf. Vorausgesetzt der Leser ist Insider, hat das durchaus seinen Reiz. Alles hier ist vertraut. Durchbrochen wird das Vertraute - in dem es sich die Wahrnehmung häuslich gemacht hat - durch die Kombination von Spiel mit Authentizität und dem Horror-Genre. Es wird viel gestorben in diesem Buch. Gnadenlos verfährt der Erzähler mit seinen Opfern, der Leser wird zwangsläufig zum Voyeur, der die Figuren jeweils in ihr böses Ende treiben sieht. Dies geschieht nicht ohne satirische Elemente, wenn etwa der Autor einen wiedergängerischen Schriftsteller "späte Rache" üben lässt an Akteuren des Kultur- und Literaturbetriebs in der Provinz. Schade nur, dass der Bildervorrat, aus dem der Autor schöpft, nicht der frischeste ist, es nicht gelingt, Erwartungshaltungen zu durchbrechen. So bleibt zu hoffen, dass die Rezensentin nicht Opfer einer 13. Kalendergeschichte wird. ---- Quelle: Pool Feuilleton; Seit ein international anerkannter Kriminalpsychologe als Bestien-Forscher von Innsbruck aus seine Theorien zum Thema Bestie Mensch rund um die Welt schickt, hat Innsbruck voller Stolz ein gewisses Selbstverständnis als Stadt des Wahnsinns und der alltäglichen Ungeheuerlichkeiten entwickeln dürfen. Christian Kössler wählt für seine mysteriösen und monströsen Kurzgeschichten Innsbruck als Tagungsort seltsamer Typen. In zwölf Begebenheiten wird der scheinbar harmonische Jahresverlauf einer ruhigen Provinzstadt in spitze Schreckensportionen aufgeblättert. Es beginnt immer recht harmlos, fast wie im Märchen, es war einmal. Ein Unbekannter steigt in ein Taxi und verwickelt den Lenker in ein scheinbar gepflegtes Gespräch. Ein Passagier besteigt eine Straßenbahn, ein Journalist knüpft sich für eine Allerheiligen-Story einen Totengräber vor, ein perverser Schneemann taucht über Nacht im Vorgarten auf. Die Helden der Geschichten entwickeln ihre Todesangst immer versetzt zum Gruseln des Lesers. Da ahnt man bereits, dass eine Story den Protagonisten ins Unglück driften wird, aber der Held selbst ist noch voller Zuversicht und zu harmlosen Scherzen aufgelegt. Andererseits packt die Figuren mitten in der Geschichte jeweils ein Schaudern, von dem man als abgebrühter Leser weiß, dass es für die Katz sein wird. Und unter all diesen Geschichten liegt als Schachbrett des Grauens der Stadtplan von Innsbruck ausgebreitet und verströmt volle Authentizität. Die Gassen und Plätze sind in Wirklichkeit genau so, wie sie in der Erzählung vorkommen, kein Wunder also, wenn man den Geschichten hohe Wahrscheinlichkeit zumutet. In die Kurzgeschichten sind atemlos machende Ereignisse eingepackt, aus denen man vielleicht das Feuer knistern hört, während sie erzählt werden. Den Plots liegen verschiedenste Gruselstrategien zu Grunde, wie wir sie von Roald Dahl bis Steven King kennen. Noch abgelenkt von einem realistischen Stadtteil, sind wir alle schon längst in einer Gegend, wo einem kein Stadtplan mehr hilft. Und mit jeder Geschichte wird deutlicher, wie genial Innsbruck als Herberge von Bestien geeignet ist. Christian Kösslers literarisches "Dirty-Dutzend" ist ein gelungener Versuch, das langweilige Grauen einer provinziellen Weltstadt mit mysteriösen Griffelstrichen aufzukratzen. Helmuth Schönauer
BEMERKUNG
Katalogisat importiert von: Rezensionen online open (inkl. Stadtbib. Salzburg)
Übersetzung
Deutsch
Trägermedium
Band