Die Reise ans Ende der Geschichte
| Bezeichnung | Wert |
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| Titel |
Die Reise ans Ende der Geschichte
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| Untertitel |
Roman
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| Verlag | |
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| ISBN13 |
978-3-608-96668-8
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Tragikomischer Roman über einen jungen Poeten, der sich als Agent rekrutieren lässt. (DR) Zu Beginn der 1990er Jahre atmet Europa auf und blickt nach dem Mauerfall und dem Zusammenbruch der Sowjetunion hoffnungsfroh in eine Zukunft geprägt von Freiheit und Frieden. Für Dieter Germeshausen sind das allerdings keine rosigen Aussichten: Als langjähriger Mitarbeiter des deutschen Bundesnachrichtendienstes hat er Überläufern aus dem Ostblock mit erfundenen Identitäten zu einem neuen Leben in Sicherheit verholfen. Damit nicht genug, hat er als Doppelagent auch dem KGB Informationen geliefert. Germeshausen fühlt sich als Verlierer des Kalten Krieges und ahnt, dass seine Enttarnung nicht auf sich warten lassen wird. Höchste Zeit also, das neue System für sich zu nutzen. Um selbst unterzutauchen und gemeinsam mit seiner späten großen Liebe ein neues Leben zu beginnen, braucht er jede Menge Geld - und Jakob Dreiser, den international gefeierten Schriftsteller, der sich im Gegensatz zu ihm unerhört leichttut, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Der junge Idealist ist mit Gedichten erfolgreich, hat in der Schule Russisch statt Latein gewählt und arbeitet mit russischen Autoren zusammen. Ein Poet wirke überall harmlos, meint Germeshausen, und scheint ihm daher die optimale Tarnung für seinen Plan, nämlich einen Hubschrauberdeal in Kasachstan. Jakob ist zwar verwundert, aber fühlt sich geschmeichelt, dass er als Agent getestet werden soll: Endlich mal ein spannendes Abenteuer! Das jedoch nicht ganz nach Plan verläuft und schon gar nicht nach Germeshausens Geschmack à zumal die beiden in Kasachstan auch auf Francesca treffen, die offensichtlich nicht nur als Deutschlehrerin tätig ist. Ohne Jakob wäre das Unterfangen ohnehin gescheitert, davon ist dieser überzeugt. Daher fühlt er sich berufen, sich auch beim nächsten - für die ganze Welt brandgefährlichen - Auftrag einzumischen. Selbst wer sich nicht für Spionage interessiert, wird sich bei der Lektüre dieses brillant geschriebenen Romans amüsieren und einen unterhaltsamen Einblick in diese Art von Netzwerk erhalten. Denn es liest sich überaus kurzweilig, wie Agenten ticken, auch weil die von Magnusson gezeichneten Charaktere weit weg sind von James Bond & Co. Trotz des bisweilen absurd scheinenden Plots bleibt der realistische Hintergrund präsent und könnte bei den hoffentlich zahlreichen Leser*innen immer wieder mal für Unbehagen sorgen. So bekommt Jakob, der überzeugt davon ist, dass schon die nächste Generation den Kalten Krieg und den Hass vergessen haben würde, von Germeshausen zu hören: »Ich sage Ihnen, woran die Russen sich erinnern werden. Daran, wie sie jetzt vom Westen gedemütigt werden.« (S. 34) - Klare Leseempfehlung!
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